Hoffnung für Drogenabhängige

Seit einigen Jahren hält eine Drogen namens „Krokodil“ immer mehr Einzug. Sie wird auch die „Droge der Armen“ genannt, da sie relativ billig und leicht zu beschaffen ist. Sie hinterlässt verheerenden Schaden, da eine ihrer Nebenwirkungen das Absterben von Gliedmaßen ist. Die Menschen sterben sehr schnell daran. Die meisten Abhängigen wissen um diese schrecklichen Folgen, da sie jedoch keine Hoffnung mehr sehen, nehmen sie diese Droge trotzdem.

2007 kam ein Team von Weißrussen und einer Deutschen nach Tjumen, um dieser Not zu begegnen: unter Drogenabhängigen zu arbeiten und ein Rehabilitationszentrum auf zu bauen.

Sie besuchten Menschen auf der Straße, alte Kontakte von ehemaligen Abhängigen und Kranke im Tuberkulose-Krankenhaus, von denen viele drogenabhängig sind. In Gesprächen zeigen sie Wege aus der Abhängigkeit auf und bieten Hilfe an.

Bisher lebt das Team gemeinsam in einem Haus, das Hilfesuchenden immer offen steht. Im familiären Rahmen haben sie die Möglichkeit ein neues Leben zu beginnen. Das Haus soll nun durch Räume für eine Kontaktstelle im Stadtzentrum ergänzt werden.

Mitarbeiter

Vitja Minchyk, BY, Leiter und Pastor der Arbeit, Mitarbeiter seit 1999

Jana Schmidt, D, Mitarbeiterin seit 2007

Rustam Farrachow und Vitalij Potkovkin, BY, Mitarbeiter seit 2007

Länderinfos

Sibirien bezeichnet im weitesten Sinne den gesamten asiatischen Teil Russlands. Das sind etwa zwei Drittel des russischen Territoriums. In den meisten Regionen Sibiriens herrschen verhältnismäßig heiße Sommer (bis +40 °C), die von extrem kalten Wintern (bis -72 °C) abgelöst werden. Oft wird das Land bis zu neun Monaten von einer Schneedecke bedeckt. Mit 23 Millionen Einwohnern ist Sibirien nur schwach besiedelt und die Bevölkerung konzentriert sich in einem relativ schmalen Streifen im Süden und Südwesten.

 

Schreckliche Berühmtheit erlangte das unter der Herrschaft Stalins aufgebaute System von Gefängnissen und Straflagern in Sibirien, der Archipel GULAG. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 hörten die Deportationen in diese Gebiete auf.

Nach Angaben der russischen Drogen-Bundesbehörde (2009) gibt es 2,5 Millionen Drogenabhängige in Sibirien. Drogen sind außerdem verantwortlich für 65% der 950.000 AIDS-Fälle.

Tjumen ist die Hauptstadt des gleichnamigen russischen Regierungsbezirks und hat 582.000 Einwohner (2010). In den letzten Jahren hat es dort einen wirtschaftlichen Aufschwung gegeben, der der Bevölkerung einerseits einen höheren Lebensstandard ermöglicht hat, aber auch die Kluft zur ärmeren Bevölkerung vergrößert hat.


Quelle: Epidemiological Fact Sheet on HIV and AIDS

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